Unabhängige Wählergemeinschaften sind im deutschen Europawahlrecht „Sonstige Politische Vereinigungen“ (SPV). Das sind Vereinigungen, die zu Wahlen antreten, ohne den Status einer politischen Partei zu beanspruchen. Oft entstehen solche Gemeinschaften aus Bürgerinitiativen; engagierte Bürger schließen sich zur Kandidatur bei einer Wahl zusammen. Meistens liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit in der Kommunalpolitik. Andere stellen ein meist kreatives Sammelbecken von parteilosen, aber politisch interessierten und engagierten Menschen dar. Diese Menschen möchten entweder nicht einer etablierten – bundesweit organisierten – Partei beitreten oder wollen die Kräfte der gemäßigt bürgerlich-konservativen Meinungen vor Ort bündeln. Je nach örtlichen Gegebenheiten treten in einer Kommune mehrere freie Wählergruppen zu den Wahlen an.
Bei den unabhängigen Wählergruppen ist es so, dass in einer Gemeinde eine bürgernahe Sachpolitik Vorrang vor der ideologisch geprägten Parteipolitik hat. Deshalb ist eine Zugehörigkeit zu einer der großen politischen Parteien in Deutschland weder wünschenswert noch notwendig, sondern eher kontraproduktiv.